Die Gemeinde Rethwisch liegt unmittelbar an der Ortsgrenze der Gemeinde Lägerdorf im nordöstlichen Bereich des Amtes Krempermarsch im Kreis Steinburg.
Die geographische Lage ist 53°52’0’’N 9° 35’30’’E bei einer Höhe von 5 m ü. NN.
Die Gemeindefläche beträgt 986 ha, bei einer Einwohnerzahl von 618 (Stand 30.Juni 2005)
woraus sich eine Bevölkerungsdichte von 63 Einwohner / km² ergibt..
Die überwiegende Fläche des Gemeindegebietes wird landwirtschaftlich genutzt. Prägend für das Ortsbild ist ein Großbetrieb der Zementindustrie, der zum überwiegenden Teil auf dem Gemeindegebiet der Gemeinde Rethwisch angesiedelt ist. Die Gemeinde Rethwisch ist Schulstandort einer Grundschule und eines Kindergartens für die Gemeinden Neuenbrook und Rethwisch.

Rethwisch wurde als “Redwisch” 1237 erstmals erwähnt.
Die Besiedlung der Krempermarsch erfolgte im Zuge des hochmittelalterlichen Landesausbaus im 12.Jahrhundert. Die Grafen von Holstein aus der Familie der Schauenburger warben Siedler aus Holland und Flandern an, die das notwendige Deichbauwesen mitbrachten, um die niedrig gelegenen Landstriche entlang der Flüsse urbar machen zu können. Speziell in Rethwisch muss aber auch der Anteil holsteinischer Siedler hoch gewesen sein, denn im Dorf galt im Mittelalter sächsisches Recht - nicht holländisches, wie in vielen anderen Marschdörfern. Schon im 13. Jahrhundert hatten offenbar Mitglieder der Adelsfamilie Krummendiek Herrschaftsrechte in Rethwisch erworben, doch bis zum Ende des Mittelalters wechselten Besitz, Herrschaft- und Abgabenrechte häufig. Erst um 1528 hatte sich eine konstante Besitzstruktur herausgebildet. Bis ins 19. Jahrhundert hatten das Kloster Itzehoe, das Gut Heiligenstedten und die Herrschaft Breitenburg Rechte in Rethwisch. Um 1860 begann die industrielle Nutzung der Kalkvorkommen rund um Lägerdorf und seit 1870 entstanden auf Rethwischer Boden Arbeitersiedlungen. Das führte zu Spannungen zwischen den alteingesessenen, konservativ ausgerichteten Bauern und den sozialistisch beziehungsweise sozialdemokratisch ausgerichteten Neubürgern. Spätestens während des ersten Weltkrieges arbeiteten mehr Rethwischer in der Zementindustrie als auf den Höfen. Dennoch dauerte es bis 1946, dass erstmals ein Nicht-Bauer und ein nicht in Rethwisch Geborener Bürgermeister wurde.

Quelle shz Norddeutsche Rundschau vom 25.8.2006