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Die Renaturierung
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Seit Erwerb und Pacht der Flächen im Jahre 1981 sind viele Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Dazu wurden erhebliche finanzielle Mittel von der Gemeinde, vom Land und von der Stiftung Naturschutz aufgebracht. Der Biotoppflegeverein und die Gemeinde leisteten ungezählte freiwillige Arbeitseinsätze. Als wichtigste Maßnahme wurden alle Entwässerungsgräben verschlossen, um die trocken gelegten Moorwiesen wieder zu vernässen. So entstand ein Naturparadies, in dem Tiere und Pflanzen der feuchten Zone und der Gewässer einen (Über-)Lebensraum erhielten. Mit großem Erfolg: Über 200 Farn- und Blütenpflanzen, mehr als 90 Vogelarten, 17 Libellenarten, 17 Tagschmetterlinge, 4 verschiedene Lurche und 3 Reptilienarten konnten bisher im Feuchtgebiet nachgewiesen werden.
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Das wilde Moor
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Das gesamte Rethwischer Hinterland östlich des "Indiek" war einst ein weites Moor (Nieder- und Hochmoor), das aus dem ablaufenden Oberflächenwasser der angrenzenden Geest und aus den Überschwemmungen von Stör, Krempau und Elbe gespeist wurde. Im Mittelalter wurde es das "Wilde Moor" genannt und war so unzugänglich, daß die ersten Siedler Rethwischs seine Flächen noch nicht urbar machen konnten. Erst im 17. Jahrhundert begann die Entwässerung und Kultivierung des Moores in größerem Umfang. In den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten schob sich die Nutzung immer tiefer voran, bis alle Flächen des Geestrandmoores wirtschaftlich genutzt werden konnten. Der torfige Pflanzenmull des ursprünglichen Moorbodens tritt sattbraun sichtbar zutage, wenn Maulwürfe den Boden zu Haufen aufwerfen. An anderen Stellen erkennt man noch die Reste alter Torfstiche, aus denen die Dorfbewohner früher ihr Heizmaterial gewannen.
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Gemeinsam für die Natur
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1982 nahm die Gemeinde die praktische Wende in Angriff, um einen Beitrag zur Rettung der Natur zu leisten: die ausgetrockneten Wirtschaftswiesen wurden zu einem Feuchtgebiet zurückentwickelt.
Viele packten mit an. Die großen Teiche wurden ausgehoben; Erlen, Weiden, Eichen, Pfaffenhütchen, Schlehen und andere Gehölze wurden gepflanzt.
Die Jugendgruppe des Dorfes engagierte sich sehr. In Anerkennung ihres Einsatzes wurde sie 1984 von Loki Schmidt, der Frau des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt, mit der "Silberpflanze" ausgezeichnet. 1985 wurde der Biotopverein gegründet.
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Pflanzen, Vögel, Libellen...
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Seit diesen ersten Aktionen, die die Bedingungen für die Rückkehr der Natur herstellten, haben sich viele für Feuchtgebiete typische Pflanzen selbst wieder ansiedeln können. Beispielhaft seien genannt: Sumpffarn, Pfennigkraut, Froschlöffel, Pfeilkraut, Sumpfhaarstrang, Gagelstrauch und Kuckuckslichtnelke.
In der warmen Jahreszeit brüten Reiher-, Stock- und Krickenten sowie Graugänse und Bläßhühner auf den Teichen. Zur Zeit des Vogelzugs rasten dort auch Gänsesäger, Löffel-, Moor- und Schellenten sowie Höckerschwäne. Selten gewordene Singvögel wie der Neuntöter und der Raubwürger, das Braunkehlchen, die Schafstelze und der Teichrohrsänger sind im Gebiet zu Hause.
Ab April fliegen in großer Zahl Libellen im Gebiet. Die rot gefärbte "Frühe Adonislibelle" eröffnet das Libellenjahr. Noch spät im Oktober jagt an warmen Tagen die "Herbstmosaikjungfer" nach Fluginsekten.
Die Konzerte der quakenden Teichfrösche hört man im Mai und Juni schon von weitem. Auch Moorfrösche haben wieder eine starke Verbreitung gefunden. In der Paarungszeit färben sich deren Männchen hellblau und lassen sich von den Weibchen zum Laichgewässer tragen.
Kreuzottern wurden noch in den 60'er Jahren im Breitenburger Moor zur Serumgewinnung gefangen. Entwässerung und Abtorfung haben sie jedoch verdrängt. Im Feuchtgebiet hat sich inzwischen wieder eine kleine Population dieser Schlangen bilden können.
Viele Menschen suchen im "Feuchtgebiet Nord" Ruhe und Einbindung in die Natur - und sie finden sie, wie die Eintragungen in den Hüttenbüchern bezeugen.
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Erholen Sie sich und geniessen Sie die Natur!
Beherzigen Sie bitte die Grundregel, nichts zu hinterlassen als Ihre Fußabdrücke!
Vermeiden Sie die Beunruhigung der Tiere und verlassen Sie nicht die Wege.
Hunde und Pferde müssen draußen bleiben.
Vielen DANK sagt Ihnen die Natur.
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Die Gemeinde Rethwisch versucht zwar, die Feuchtgebiete immer weiter zu entwickeln, wird jedoch aufgrund der immer irrsinniger werdenden Umweltgesetzgebung in Deutschland daran gehindert, da z.B. Ausgleichflächen für Wohnbebauung "eingriffsnah" bereitgestellt werden muß. Das heißt, es müssen Grünflächen in Siedlungen hineingeplant werden, die überhaupt keinen Nutzen für die Natur haben, sondern lediglich das Dorfbild etwas auflockern. Für die Ausweisung großräumiger Rückzugsflächen für die Tiere steht dadurch kein Geld mehr zur Verfügung.
Im Gegensatz wird sogar versucht, die Feuchtgebiete als Naturschutzgebiet oder geschütztes Biotop zu deklarieren, was einer Enteignung gleichkommt, da man in die Planungshoheit der Gemeinde eingreift.
Die Folge wird irgendwann sein, daß keine Gemeinde mehr bereit sein wird, Flächen für den Naturschutz zur Verfügung zu stellen.
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Texte mit freundlicher Genehmigung von Torsten Krohn der Diese bereits auf seiner website veröffentlicht hat
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